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Engagement und Lernbereitschaft als Schlüssel zum Erfolg

Das „Udacity Data Science Scholarship Program“ ist Teil einer umfassenden Weiterbildungsinitiative von Google, Bertelsmann und Udacity zur Ausbildung von IT-Experten. Die 1.500 besten Studierenden qualifizierten sich für eines von drei Nanodegree-Programmen. Fünf Teilnehmer aus der Bertelsmann-Welt berichten über die Erlebnisse auf ihrer Lernreise.

Datenbasierte Geschäftsmodelle spielen in der heutigen und erst recht in der künftigen Wirtschaftswelt eine zentrale Rolle. Um notwendige Digitalkompetenzen für den Arbeitsmarkt aufzubauen und interessierte Talente für die digitale Zukunft in Europa vorzubereiten, hatten Bertelsmann, Google und der Online-Bildungsdienstleister Udacity in diesem Jahr das weltweite „Udacity Data Science Scholarship Program“ gestartet (siehe BU Blog-Artikel). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Bertelsmann-Firmen sowie externe Interessierte konnten sich für eines von 15.000 Stipendien bewerben. Nach Abschluss des dreimonatigen „Challenge Course“, der ersten Phase der Stipendieninitiative, qualifizierten sich die besten 1.500 Absolventen für die zweite Phase. Diese besteht aus einem von drei Nanodegree-Programmen von Udacity: „Data Foundations“, „Business Analyst“ und „Data Analyst“. 361 Bertelsmann-Kollegen – und damit rund ein Fünftel aller Absolventen – belegen seit September einen der Kurse. Im Gespräch mit dem BENET schildern fünf Teilnehmer des „Data Foundation“-Kurses ihre Erfahrungen und erklären, warum das Stipendienprogramm eine lohnenswerte Investition ist. 

Peter Lipp aus Deutschland ist bei der AZ Direct, einer Geschäftseinheit der Bertelsmann Printing Group, als Senior Analytic Consultant mit vielfältigen Aufgaben der Datenanalyse betraut. Heather Mill aus den USA arbeitet bei der Penguin Publishing Group in New York als Publizistin und Consumer Events Managerin. Barbara Koskowitz aus Frankreich ist bei der Gruner + Jahr-Tochter Prisma Media in Paris als Senior Media Marketing Analyst tätig. Rochelle Aliño ist bei Arvato CRM Solutions auf den Philippinen beschäftigt. Am Standort Manila bekleidet sie die Funktion eines Team-Managers. Hendrick Lange aus Deutschland arbeitet als Senior Director Corporate Communications in der Zentralen Unternehmenskommunikation von Bertelsmann.

BENET: Was war Ihre Motivation für die Teilnahme am „Udacity Data Science Scholarship Program“?

Peter LippPeter Lipp: Ich wollte mir einen Überblick darüber verschaffen, was sich in der Welt der Daten und Analysemethoden verändert hat, seitdem ich die Universität verlassen habe. Ich wollte neue Programmiersprachen und -techniken lernen sowie aktuelle Analytiktheorien und Algorithmen kennenlernen. Darüber hinaus war ich aber auch neugierig darauf, wie das Onlinelernen an sich funktioniert und ob es für mich eine Option für die Zukunft sein könnte.

Rochelle Aliño: Neugierde hat auch mich zu dem Programm geführt. Ich wollte etwas Neues ausprobieren und herausfinden, ob ich einen solchen Kurs auch ohne Vorwissen im Bereich Data Science absolvieren kann. Außerdem wollte ich mich verbessern und Kollegen dazu animieren, sich ebenfalls weiterzubilden.

Hendrick Lange: In meiner Funktion verantworte ich die zentrale Steuerung der Websites von Arvato sowie der Bertelsmann Printing Group. Seit Jahren arbeite ich mit Adobe und Google Analytics, um Inhalte und Funktionen von Websites evidenzbasiert zu optimieren und weiterzuentwickeln. Damit ist auch eine gewisse Abhängigkeit von diesen Analyse-Tools entstanden. Durch die Teilnahme wollte ich die Grundlagen im Bereich Data Science vertiefen, um zukünftig vielfältiger arbeiten zu können, was den Einsatz der Software betrifft.

BENET: Wie bewerten Sie die Kursinhalte und angewandten Methoden?

Heather Mill: Den Onlinekurs von Udacity fand ich sehr gut organisiert und lehrreich. Die Videos machten das Lernen klar und einfach, die Quizaufgaben und Projekte sind hervorragend auf das Konzept abgestimmt.

Hendrick LangeHendrick Lange: Die Inhalte sind didaktisch sehr durchdacht aufgebaut und vor allem in den Beispielen aktuell gehalten. In den begleitenden Foren herrscht ein gewisses Grundrauschen, doch man findet immer relevante, weiterführende Informationen, wenn es mal hakt. Im Review-Prozess der Projekte habe ich detaillierteres Feedback bekommen, als ich je erwartet hätte. 

Rochelle Aliño: Am wertvollsten für meine Lernerfahrung waren die Foren, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen und wo ich immer Hilfe gefunden habe, wenn ich welche benötigte. Anhand der Quizaufgaben lässt sich das Verständnis sehr gut überprüfen, und die Videos sind dazu gemacht, die Themen auf einfachste Art zu erklären. Eine Deadline zu haben ist ebenfalls wichtig, sie sorgt für die nötige Bindung ans Programm.

Barbara KoskowitzBarbara Koskowitz: Die Nachbetrachtung von Projekten hat mir äußerst gut gefallen. Das Feedback erfolgte verständlich, anschaulich und sehr schnell. Nur wenige Stunden nach der Einreichung bekamen wir schon die ersten Rückmeldungen. 

BENET: Wie würden Sie insgesamt Ihre Lernerfahrung mit Udacity beurteilen?

Heather Mill: Ich hatte vorher noch keinen Onlinekurs belegt und war von der Erfahrung positiv überrascht. Ich hatte das Gefühl, dass ich genauso viel gelernt habe, wie es bei einem Präsenzunterricht der Fall gewesen wäre, doch dafür konnte ich von zu Hause aus lernen. Meistens habe ich im Anschluss an meine Arbeit etwas für den Kurs getan, eine Stunde oder auch mal länger an einem Feierabend. Der Kurs fühlte sich aber nicht als Belastung an, denn die Deadlines waren machbar.

Peter Lipp: Neben der neuen Freiheit, komplett „auf eigene Faust“ zu lernen, hat mir die Interaktivität großes Vergnügen bereitet. Nicht nur in der Vermittlung der Inhalte, sondern vor allem im Austausch mit den anderen Teilnehmern. Es war eine prägende Erfahrung, Teil einer solch dynamischen und internationalen Gruppe zu sein. Wie oft hat man schon die Chance, mit Menschen aus aller Welt über Daten zu sprechen? Der virtuelle Klassenraum war ein äußerst motivierendes und positives Erlebnis.

Rochelle AliñoRochelle Aliño: Aus meiner persönlichen Wahrnehmung des digitalen Lernens kann ich sagen, dass jeder das gewünschte Wissen erlangen kann, wenn man aufmerksam ist, sich mit den Inhalten auseinandersetzt und Motivation mitbringt, um seine Ziele zu erreichen. In meiner Rolle als Team-Manager sage ich meinen Kollegen immer, sie sollen ihre Komfortzone verlassen und neue Dinge ausprobieren. 

BENET: Worin lag für Sie die größte Herausforderung?

Heather Mill: Die bestand sicherlich darin, mich zurück in die Welt des Lernens zu begeben, wo ja meine Studienzeit schon länger zurückliegt. Trotzdem habe ich eine Lust auf die Weiterbildung entwickelt und es genossen, den Kurs als persönliche Herausforderung zu betrachten. Das Kapitel zum Codieren war für mich recht schwierig, da ich hierin keine Erfahrungen hatte; trotzdem habe ich auch diesen Teil schließlich bewältigt.

Barbara Koskowitz: Die Hauptschwierigkeit stellte für mich die Aufgabe dar, diese Lernreise mit meinem derzeitigen Beruf und meinem Familienleben zu vereinbaren.

Peter Lipp: Der anspruchsvollste Teil lag für mich darin, mich durch die komplexeren Inhalte des Kurses zu arbeiten. Wenn du an den Quizaufgaben scheiterst und die Orientierung zu verlieren drohst, das waren die härtesten Momente. Aber wenn man seinen Stolz überwindet und die anderen Teilnehmer um Hilfe bittet, merkt man schnell, dass man mit diesem Problem nicht allein ist. Dann geht es darum, gemeinsam den Weg zu den richtigen Antworten zu finden. 

BENET: Welche Dinge nehmen Sie aus dem Kurs für Ihre persönliche Zukunft mit?

Heather Mill

Heather Mill: Die Fähigkeit, Daten zu analysieren und zu visualisieren, wird für meine weitere Karriere sehr wertvoll sein, davon bin ich überzeugt.

Peter Lipp: Mein persönlicher Höhepunkt waren die Gruppenprojekte. Per Zufall kam ich in zwei unterschiedliche, sehr interessante Projekte und hatte dort die Chance, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die alle einen anderen Hintergrund hatten und die ich sonst niemals kennengelernt hätte. Wir haben die Arbeit als Fremde begonnen und als Freunde beendet, besser geht es doch gar nicht. Mit Blick auf meine Karriere erwarte ich nicht, dass sich kurzfristig etwas ändert. Aber ich bin mir sicher, dass es sich künftig auf meine Arbeit auswirken wird. Ich fühle mich definitiv schon jetzt motivierter und fokussierter. Außerdem habe ich gelernt, dass ich nach wie vor lernen kann und auch Spaß daran habe.

Barbara Koskowitz: Es ist meine erste Erfahrung im E-Learning aber es wird bestimmt nicht die letzte sein. Ich mag es, neue Dinge zu lernen, auch solche, die von meiner derzeitigen Jobbeschreibung weit entfernt zu liegen scheinen, zum Beispiel Programmiersprachen. Es fordert mich intellektuell. 

BENET: Und welche Vorteile bringt der Kurs mit Blick auf Ihre Rolle im Unternehmen?

Barbara Koskowitz: Ich habe nun ein besseres Verständnis für die Arbeit von Datenexperten. Für den Bereich Datenvisualisierung habe ich gelernt, dass hier die Formel gilt: weniger ist mehr.

Hendrick Lange: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir auch im Kommunikationsbereich Datensilos vermeiden. Ich plane die stärkere Zusammenführung von Erkenntnissen der Web- und Social-Media-Analyse, um unsere Kommunikationsmaßnahmen noch zielgerichteter durchzuführen.

Peter Lipp: In meinem Arbeitsalltag kann ich bereits einige kleine erfreuliche Effekte beobachten, wo mein neues Wissen Dinge vereinfacht oder manche Abläufe verbessert. Mit jedem Lernfortschritt fühle ich mich selbstsicherer, besser gerüstet für neue Projekte und bekomme neue Ideen, wie ich Dinge voranbringen kann. Der Nanodegree hat also nicht nur meine Fähigkeiten verbessert, sondern auch die Art und Weise, wie ich an meine Arbeit herangehe. Darüber hinaus sehe ich großes Potenzial in dem Netzwerk, das mit dem Kurs gewachsen ist. Je größer das ist, desto mehr Ideen und Anregungen gelangen von außen ins eigene Unternehmen.

BENET: Welche Tipps und Tricks würden Sie Kollegen mit auf den Weg geben, die den Kurs ebenfalls belegen wollen?

Rochelle Aliño: Engagement und Lernbereitschaft sind die Schlüssel für den Erfolg. Es hilft, sich für die Arbeit an Projekten oder anderen Themen einen Zeitplan anzulegen, um die Deadlines einzuhalten. Man sollte alle Aufgaben erledigt haben, bevor man den nächsten Abschnitt beginnt. Außerdem kann es nie schaden, sich weiter über ein Thema zu informieren, das man gerade bearbeitet.

Heather Mill: Beim Anschauen der Videos hilft es, sich Notizen zu machen. Außerdem sollte man alle Quizaufgaben bearbeiten, auch die optionalen. Wenn man bei einer Aufgabe nicht weiterkommt, kann man sich auch erst die Lösung ansehen und dann rückwärts arbeiten, um den Weg zur Lösung zu verstehen.

Peter Lipp: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Kurs Zeit beansprucht und Konzentration erfordert. Ehrlich gesagt habe ich den Arbeitsaufwand etwas unterschätzt. Der Hinweis von Udacity, dass acht bis zehn Stunden pro Woche für den Kurs eingeplant werden sollten, trifft definitiv zu. Den meisten Mehrwert habe ich aus dem Forum und meinem Netzwerk gezogen. Man sollte sich trauen, die anderen Studierenden um Rat zu fragen – denn die Antworten fallen zumeist sehr positiv und motivierend aus. Das war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. (benet)

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