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Finance Summit: Transformation durch Innovation

Isabelle Körner, Maximilian Dressendörfer, Martin Rembde, Rolf Hellermann, Milena Alberti, Michael Beisheim, Jarek Gabor, Alexander von Torklus, Ralph Peters (v.l.)

Die Digitalisierung bei Bertelsmann betrifft auch das Finanzwesen auf Konzern-, Bereichs- und Firmenebene: Wie sich neue Technologien auf Arbeitsprozesse auswirken oder in Zukunft auswirken können und in welcher Weise sich Bertelsmann diese Entwicklung zunutze machen kann – darüber diskutierten vor Kurzem 110 Top-Führungskräfte aus dem Finanzbereich. Sie trafen sich auf Einladung von CFO Bernd Hirsch zum „Finance Summit 2017“ unter dem Motto „Transformation durch Innovation“ in Berlin.

Die digitale Transformation ist eines der Kernelemente der Bertelsmann-Strategie. Ein wachsender Anteil der Umsätze stammt bereits aus digitalen Geschäften, darüber hinaus begleiten neue Technologien immer mehr Arbeitsprozesse, machen sie schneller, effektiver, zukunftssicherer. So unterliegen auch die vielfältigen Aufgaben des Finanzwesens auf Konzern-, Bereichs- und Firmenebene einem anhaltenden technologischen Wandel. Ein Wandel, der aktiv gestaltet werden will, damit Bertelsmann weiterhin im globalen Wettbewerb erfolgreich bleiben kann. Vor diesem Hintergrund trafen sich vor Kurzem auf Einladung von Bertelsmann-CFO Bernd Hirsch rund 110 Führungskräfte aus dem Finanzbereich aller Unternehmensbereiche aus 17 Ländern zum „Finance Summit“ in der Berliner Bertelsmann-Repräsentanz – begleitet und unterstützt durch die Bertelsmann University. Unter dem Motto „Transformation durch Innovation“ sprachen sie anderthalb Tage lang über Chancen und Herausforderungen, die sich durch den digitalen Wandel – neben den Veränderungen politischer Rahmenbedingungen – für die Finanzorganisation bei Bertelsmann ergeben. Ihr Fazit: die Arbeitsprozesse im Finanzbereich müssen agiler und innovativer werden. In „Fin Labs“ genannten Workshops konnten sich die Teilnehmer des „Finance Summit“ darüber informieren, was das für sie bedeutet und welche Technologien dabei unterstützen können. Natürlich nutzten die Teilnehmer zudem die Gelegenheit zum Austausch und zur stärkeren Vernetzung untereinander.

„Hohe Agilität ist der Schlüsselfaktor“

Video: Finance Summit 2017

„Sie alle sorgen mit Ihrer Arbeit in Ihren Unternehmen tagtäglich dafür, dass unsere Prozesse funktionieren und dass der eingeleitete Transformationsprozess bei Bertelsmann umgesetzt werden kann. Dennoch ist es von großer Bedeutung, dass wir uns als ‚Finance Community‘ mit der Frage beschäftigen, wie wir unsere Arbeit an neue Entwicklungen anpassen und dabei gegenseitig von unseren Erfahrungen profitieren können“, sagte Bernd Hirsch. Dabei gehe es aber nicht darum, zentrale Vorgaben zu machen. Vielmehr sollten durch den Austausch untereinander Chancen erkannt und genutzt werden. Insgesamt sei ein permanenter Wandel erforderlich: „Hohe Agilität ist der Schlüsselfaktor für den Erfolg unserer Arbeit, die wiederum Bertelsmann insgesamt bei der Umsetzung seiner Strategie unterstützt“, betonte Bernd Hirsch.

In seiner Rede resümierte der CFO noch einmal, was Bertelsmann hier in den vergangenen Jahren bereits erreicht hat. Das im Vergleich zu früher stärker diversifizierte und internationalisierte Unternehmensportfolio mit seinen acht Bereichen in den drei Ertragssäulen Medien, Dienstleistungen und Bildung sei nun deutlich auf Wachstumsgeschäfte ausgerichtet – auf sie entfalle inzwischen knapp ein Drittel aller Umsätze –, während strukturell rückläufige Geschäfte kaum noch vertreten seien. Zudem steige der Anteil der digitalen Aktivitäten gemessen am Umsatz von Jahr zu Jahr. „Praktisch alle Geschäfte sind von der digitalen Transformation betroffen“, stellte er fest. Nun gelte es, die wachsenden digitalen Aktivitäten noch besser zu monetarisieren. Insgesamt befinde sich Bertelsmann auf einem klaren Wachstums- und Profitabilitätspfad.

„Disruptives Potenzial“

Bernd HirschBernd Hirsch beschrieb seinen Zuhörern ökonomische wie auch politische Herausforderungen, denen sich Bertelsmann aktuell gegenübersieht – um sich dann dem Aspekt zuzuwenden, dem das Hauptaugenmerk des „Finance Summit“ gelten sollte: dem technologischen Wandel. Ob die Analyse großer Datenmengen, die Automatisierung von Prozessen, datenbankbasierte Netzwerke oder künstliche Intelligenz: Eine ganze Reihe von neuen Technologien besitze großes „disruptives Potenzial“, könne also in mittlerer Frist ganz erheblichen Einfluss auf die Geschäfte haben. An den in den vergangenen 15 Jahren aufgestiegenen Technologiekonzernen der Welt sei deutlich zu erkennen, wie sehr diese inzwischen unser tägliches Leben beeinflussten. „Wir können von diesen Entwicklungen profitieren“, erklärte der Finanzvorstand, „wenn wir uns gründlich auf den Wandel vorbereiten und unsere Möglichkeiten nutzen.“

Im gleichen Zuge gelte es, Kompetenzen aufzubauen und neue innovative Technologien in der Praxis zu implementieren, um damit Arbeitsprozesse neu zu gestalten. „Eine erfolgreiche Transformation hängt nicht von unserem Budget ab, sondern von unserer geistigen Haltung“, wandte sich der CFO an die Teilnehmer des „Finance Summit“. „Umso wichtiger ist Ihre Aufgabe: Sie müssen sich zur Notwendigkeit der Transformation bekennen und in Ihrem Bereich als ihr Botschafter fungieren, um Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überzeugen und motivieren zu können.“

Bertelsmann-Vorteil nutzen

Isabelle Körner, Ralf Westhoff, Udo Stalleicken, Tom Linckens, Axel Dycke, Ulrich Cordes, Roger Schweitzer, Jörn Caumanns, Elmar Heggen (v.l.)Wie sehr sich die Finanzwelt bereits entwickelt hat und wohin sie sich voraussichtlich weiter entwickeln wird, stellte Steven Ehrenhalt vom internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte in seinem Vortrag dar. Er skizzierte anhand aktueller technologischer Entwicklungen, welche Kompetenzen in Zukunft die Finanzorganisation in Unternehmen bestimmen werden – und damit den wirtschaftlichen Erfolg insgesamt. Deutlich zu erkennen sei schon jetzt, so Ehrenhalt, dass stetig wiederkehrende, einfachere Tätigkeiten immer mehr abgelöst werden durch automatisierte Prozesse („Robot Process Automation“). Ganz ähnlich verhalte es sich mit Chatbots, die in geeigneten Bereichen Anfragen automatisiert beantworten können. Die Analyse von gesammelten Daten könne das künftige Verhalten von Kunden voraussagen helfen („Predictive Analytics“), während „Blockchain“ die Grundlage legten für dezentrale Geschäftsprozesse ohne vermittelnde Instanzen wie zum Beispiel Banken oder Behörden. – Themen, mit denen sich die Teilnehmer des „Finance Summit“ am zweiten Veranstaltungstag noch intensiver beschäftigen sollten. Letztlich werde es, so Steven Ehrenhalt, in jedem Falle zu großen Umwälzungen im Finanzwesen kommen, in dem, so die Ansicht des Experten, nicht die Stärksten überleben würden, sondern die Wandlungsfähigsten. Aus diesem Grund riet er auch eindringlich zu mehr Zusammenarbeit untereinander. „Viele Technologien sind in der einen oder anderen Einheit in Ihrem Unternehmen bereits vorhanden – nutzen Sie diesen Vorteil“, forderte er die Bertelsmann-Vertreter auf. 

Isabelle KörnerNach diesen theoretischen Erkenntnissen war die Reihe an den Teilnehmern des „Finance Summit“ selbst, sich konkrete Gedanken über die Chancen und Herausforderungen zu machen, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen – und zwar dezentral auf ihr jeweiliges Geschäft bezogen und dies möglichst rasch, wie Bernd Hirsch noch einmal klarmachte. „Wir müssen jetzt damit beginnen“, sagte er. Und so stellten die Bertelsmann-Finanzmanager an beiden Tagen in kleineren Gruppen Thesen und Schlagworte zusammen, die die rund 15 Mitglieder des „Finance Council“ anschließend auf der Bühne des großen Konferenzsaales der Bertelsmann-Repräsentanz gemeinsam mit der von N-TV und RTL bekannten Moderatorin Isabelle Körner ausführlicher erörterten. Die Inhalte aus den drei „Fin Labs“ kamen dabei noch hinzu. Diese widmeten sich den Schwerpunktthemen „Blockchain“, „Predictive Analytics“ und „Robot Process Automation (RPA)“. Bei „Blockchain“ handelt es sich um eine Datenbanktechnologie zur dezentralen und direkten digitalen Verknüpfung von Verbrauchern und Lieferanten „Predictive Analytics“ steht für die auf vielen Daten basierende Vorhersage eines zukünftigen Verhaltens als Grundlagen für aktuelle Entscheidungen. Und bei „Robotic Process Automation“, vorgestellt von Arvato Financial Solutions, geht es um die softwaregesteuerte Automatisation von Geschäftsprozessen, wie sie in verschiedenen Branchen immer mehr angewendet wird – auch bei Bertelsmann.

Steven EhrenhaltAus den in den anderthalb Tagen gewonnenen Erkenntnissen destillierte Bernd Hirsch zum Abschluss der Veranstaltung einen Ausblick und Handlungsvorschläge heraus. Großen Bedarf sehe er vor allem im Aufbau von mehr Kompetenzen bei neuen Technologien. Eine im Nachgang zum Finance Summit aufzusetzende Kooperationsplattform könne erfolgreiche Praxisbeispiele und die eingesetzten Technologien sammeln und in den Konzern hineintragen. Ausdrücklich ermutigte der Bertelsmann-CFO die Teilnehmer des „Finance Summit“ dazu, in ihrem Umfeld Pilotprojekte zu initiieren und eine entsprechende Innovationsumgebung für Anwendungen im Finanzbereich zu fördern.

„Ich freue mich über die hervorragende Atmosphäre und lebendige Debatte, die meiner Überzeugung nach zu vertiefter Zusammenarbeit beitragen werden“, zeigte sich Bernd Hirsch mit dem Verlauf des „Finance Summit“ zufrieden. „Ich bin sicher, dass es uns gemeinsam gelingen wird, digitale Kompetenzen aufzubauen und damit unsere Geschäfte auch in Zukunft aktiv mitgestalten und unterstützen zu können.“  (benet/mal)

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