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Personalarbeit im digitalen Zeitalter

Erst wenn Gewohnheiten infrage gestellt werden, können ungewöhnliche Einfälle und wahre Innovationen entstehen. Ein motivierendes Umfeld im Unternehmen zu schaffen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schulen, Talente im Unternehmen zu fördern und neue kreative Köpfe zu finden, gehört deshalb zu den Kernaufgaben der Personalarbeit bei Bertelsmann.

Video: HR Summit 2017Gerade im digitalen Zeitalter ergeben sich für die Personalverantwortlichen aller Unternehmensbereiche immer neue Herausforderungen, ihren Beitrag zur Umsetzung der Bertelsmann-Strategie zu leisten und die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten – aber auch dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Beitrag leisten können. Wie sie ihre Rolle künftig weiter ausbauen und gemeinsam mit den Vertretern der jeweiligen Geschäftseinheiten strategische Entscheidungen noch vollständiger und umfassender umsetzen können, stand im Fokus des jüngsten „HR Summit“. Rund 120 HR-Manager aus aller Welt waren für zwei Tage in die Bertelsmann-Repräsentanz nach Berlin gekommen. Neben Personalvorstand Immanuel Hermreck war auch Bertelsmann-CEO Thomas Rabe dabei, um den Teilnehmern seine Vorstellungen und Erwartungen an eine moderne Personalarbeit im Zeitalter der digitalen Transformation mit auf den Weg zu geben.

Bill Pelster

Der Handlungsbedarf in der HR-Community ist groß, wie die Diskussionen untereinander, aber auch mit den externen Fachleuten zeigten. So verwies etwa Bill Pelster, Principal beim internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte und Mitherausgeber des renommierten „Global Human Capital Trends Survey“, auf neue Technologien wie „Bots“, die einfachere und standardisierte Aufgaben in Unternehmen – auch in Personalabteilungen – übernehmen können. Diese seien für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Chance und Herausforderung zugleich. Chance, weil sie somit Zeit für wichtigere Aufgaben wie die individuelle Betreuung ihrer Mitarbeiter und andere komplexere Tätigkeiten gewönnen; Risiko, weil dieser Prozess einer intensiven Vorbereitung und Steuerung bedürfe. Aber auch insgesamt, so der Eindruck der Teilnehmer des „HR Summit“, gehe die zunehmende Digitalisierung der Geschäfte und der Arbeitswelt mit großen Veränderungen für die Personalarbeit einher. Entsprechend erörterten sie die Frage, ob Bertelsmann vor allem im Vergleich zu den großen Internetfirmen dieser Welt noch zu langsam voranschreite oder die HR-Abteilungen die Kapazitäten hätten, die notwendigen Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen. Hier war es wieder Bill Pelster, der den Personalmanagern verdeutlichte: „Sie stellen die richtigen Fragen zur richtigen Zeit, Sie wollen lernen, Sie schauen sich in Ihren Märkten und Unternehmen um und stellen Ihre Prozesse in Frage. Glauben Sie mir, auch im Silicon Valley fragt man sich, wie sich die Dinge weiterentwickeln.“

„HR Labs“ zu Schwerpunktthemen „Learning“, „Culture“ und „Employee Experience”

Immanuel HermreckDie am ersten Tag diskutierten Trends aus der HR-Welt wurden am zweiten Tag aufgegriffen und um Praxisbeispiele aus den Unternehmensbereichen sowie aus dem Bereich Corporate ergänzt. Den Fokus richtete Immanuel Hermreck dabei auf drei Themen, die als besonders relevant für die Bertelsmann-Geschäfte erachtet werden und gleichzeitig auch zu den Top-Prioritäten des „Global Human Capital Trends Survey“ von Deloitte zählen: „Learning“, „Culture“ und „Employee Experience“. In sogenannten „HR Labs“ beschäftigten sich die „HR Summit“-Teilnehmer mit diesen drei Bereichen, in denen die Personalarbeit bei Bertelsmann bereits heute wegweisend, innovativ und zukunftsfest ist. Zudem tauschten sie Erfahrungen, Ideen und Tipps über Firmen- und Bereichsgrenzen hinweg aus und überlegten, wie die Zusammenarbeit ausgebaut werden kann. Mehr Talent Management und mehr Zeit für die Mitarbeiter, mehr Lernen von anderen und mehr Weiterbildung – mit Vorstellungen wie diesen lagen die HR-Manager völlig auf einer Linie und stießen bei Immanuel Hermreck auf Zustimmung: „Das ist ein starkes Statement für die Kooperation und das Vertrauen, das wir uns in den vergangenen Jahren gemeinsam erarbeitet haben“, zeigte er sich erfreut von dem Konsens und verwies auf die vielfältige Unterstützung seitens Corporate HR für die Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmensbereichen und auf die gemeinsamen Veranstaltungen. Dazu gehöre auch der von der Bertelsmann University organisierte und von ihrem Chef Steven Moran moderierten „HR Summit“.

Steven Moran

Prioritäten für die Personalarbeit bei Bertelsmann

Auch der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe betonte den Wert der HR-Arbeit für die Umsetzung der strategischen Ziele von Bertelsmann. Auf allen Ebenen müsse darum das Bewusstsein für digitale Prozesse und die Chancen der Digitalisierung – der „Digital Mindset“ – gestärkt werden: eine Aufgabe, die er an die Personalmanager weitergab. Im Kern sehe er eine Reihe von Prioritäten für die Personalarbeit bei Bertelsmann. Dazu zählte er die noch intensivere Zusammenarbeit der HR-Community über Bereichsgrenzen hinweg. Dies gelte auch für die verschiedenen HR-Instrumente wie zum Beispiel das Peoplenet sowie für die Bertelsmann Essentials und den „Sense of Purpose“, welche die Grundlage für den besonderen „Bertelsmann-Spirit“ bildeten. Zu den Top-Prioritäten gehörten für ihn auch die Entwicklung von Führungskräften und die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Bereitstellung möglichst effizienter und darum vorzugsweise digitaler Angebote. Eine leistungsgerechte Bezahlung und die Entwicklung von Anreizsystemen, die unternehmerisches Engagement besonders belohnen, solle Bertelsmann, so Rabe abschließend, zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber für kreative Talente aus aller Welt machen.

Thomas Rabe

HR-Community als Partner für das Business

In seiner den „HR Summit“ abschließenden Rede hob Immanuel Hermreck die bedeutende Rolle der gesamten HR-Community hervor, beim Aufbau der Geschäfte zu unterstützen und diese mitzugestalten. Dabei sehe er die HR-Manager in zwei unterschiedlich Rollen: in der täglichen Arbeit vor Ort und als Teil der großen HR-Community bei Bertelsmann, die konzernübergreifende Themen vorantreibt. Damit knüpfte er an den Vortrag von Professor Heiko Roehl an, der als Experte für Organisationsentwicklung eine „Beidhändigkeit der Führung“ (Ambidextrous Leadership) propagierte. Übertragen auf die HR-Welt bedeute dies: HR-Dienstleistungen effizient und effektiv für die Geschäfte erbringen, gleichzeitig aber auch die Personalarbeit den neuen Anforderungen anzupassen. „Auch unsere Rollen sind nicht immer leicht miteinander in Übereinstimmung zu bringen“, bekräftigte Hermreck, „die dadurch entstehenden Aufgaben müssen wir jedoch annehmen als unseren Beitrag zur Umsetzung der Gesamtstrategie“, befand er.

Heiko Roehl

Weiterentwicklung von Mitarbeitern, Prozessen und Technologien

„Seit dem vorigen ‚HR Summit‘ 2015 haben wir die Personalarbeit bei Bertelsmann auf ein neues Niveau gebracht“, fuhr er fort. „So haben wir HR-relevante Kriterien für die Gründung oder die Übernahme von Unternehmen festgelegt.“ Es seien neue Vergütungsregeln implementiert, im Raum Gütersloh ein Entwicklungs- und Transfercenter für die von Restrukturierungen betroffenen Mitarbeiter pilotiert und die Aktivitäten im Bereich Corporate Responsibility gestärkt worden. „Zudem haben wir mit verschiedenen Talent-Management-Initiativen die Möglichkeit geschaffen, qualifizierte Kräfte aus unseren Unternehmen heraus zu entwickeln“, sagte Immanuel Hermreck. „Schon jetzt können wir feststellen, dass bei der bereichsübergreifenden Nachfolgeplanung inzwischen mehr als 80 Prozent aller Top-Besetzungen durch interne Kandidaten erfolgen und 30 Prozent der Kandidaten sogar aus einem anderen Unternehmensbereich stammen.“

Ähnliche Erfolge seien im Bereich der Weiterbildung zu verzeichnen. Innovative Lernformen und digitale Formate sollen lebenslanges Lernen im Alltag ermöglichen. So werde eine neue Lernkultur bei Bertelsmann geschaffen, in der sich die Mitarbeiter proaktiv, selbstgesteuert und bedarfsorientiert weiterbilden. „Mit der zunehmenden Digitalisierung der Angebote unserer Bertelsmann University hat sich die Zahl der offline durchgeführten Kurse um 80 Prozent verringert“, sagte Immanuel Hermreck. „Das digitale Lernportfolio umfasst hingegen bereits mehr als 10.000 Kurse im Peoplenet – davon 9.000 über unseren Partner Lynda.com. Das Peoplenet als zentrale Plattform für digitale Lernangebote steht inzwischen rund 85.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 38 Ländern zur Verfügung.“ Das Recruiting-Modul des Peoplenet zähle knapp eine Million Besuche, 1.400 Jobangebote und 130.000 Bewerbungen.

HR Community

Natürlich ging der Personalvorstand auch noch einmal auf die im März bekanntgegebenen Ergebnisse der weltweiten Mitarbeiterbefragung 2016 ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten in vielen Kategorien bessere Bewertungen abgegeben als bei der Befragung zuvor. „Das sind auch die Früchte unserer Arbeit“, bestätigte Immanuel Hermreck den HR-Managern. Doch gebe es nach wie vor eine Menge zu tun: „Wir müssen unseren Mitarbeitern zum Beispiel noch mehr das Gefühl geben, Teil eines Ganzen zu sein“, sagte Hermreck und nannte in diesem Zusammenhang den „Sense of Purpose“. „Menschen, die sich wertgeschätzt fühlen, werden sich voll für ihr Unternehmen einsetzen, sie werden kreativer und innovativer sein“, betonte er. Aus diesem Grund sei es wichtig, Mitarbeiter stärker an innerbetrieblichen Prozessen zu beteiligen und für mehr Transparenz im Unternehmen zu sorgen.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, resümierte Immanuel Hermreck. „Unsere Anstrengungen, unsere Mitarbeiter, Prozesse und Technologien weiterzuentwickeln, zahlen sich aus.“ Doch gelte es, sich weiter zu fokussieren und Maßnahmen weiter zu verfeinern. „Die nächsten Jahre werden spannend bleiben und viele neue Möglichkeiten bieten“, schloss er. „Unsere Aufgabe als HR ist es, die Zukunft von Bertelsmann mitzugestalten – eines Bertelsmann, das attraktiv ist für die Mitarbeiter von morgen, – und gleichzeitig unsere derzeitigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten.“ (benet)

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